Das Krebsregister Rheinland-Pfalz geht aus dem seit mehr als 20 Jahren bestehenden epidemiologischen Krebsregister Rheinland-Pfalz hervor, das bisher Daten zur Häufigkeit und Verbreitung von Krebserkrankungen erfasst und ausgewertet hat. Diese Aufgaben werden vom neuen klinisch-epidemiologischen Krebsregister weitergeführt, aber nun erweitert um die im KFRG festgelegten Ziele der klinischen Krebsregistrierung.

Bei diesem Aufbauprozess werden sowohl die große Erfahrung des Registerpersonals in allen Fragen der Tumordokumentation, dem Einsatz modernster Informationstechnologien und Auswertungsstrategien als auch die langjährig etablierten Meldewege genutzt.

Das bestehende Netzwerk zwischen dem Krebsregister Rheinland-Pfalz und allen an der onkologischen Versorgung beteiligten Institutionen im Land und darüber hinaus wird dabei effizient eingesetzt und weiter ausgebaut, sowie die wissenschaftliche Anbindung durch eine Vielzahl von nationalen und internationalen Studien intensiviert. Die unabhängige Krebsregister Rheinland-Pfalz gGmbH wird dazu beitragen, die Qualität der Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten in Rheinland-Pfalz und deutschlandweit zu verbessern, Daten für die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung bereitstellen und einen Beitrag zur Verbesserung der Heilbehandlung leisten.


Noch immer sind Krebserkrankungen, nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die zweithäufigste Todes-ursache in Deutschland. Aus diesem Grund dürfen die Anstrengungen nicht nachlassen, die  Versorgung krebskranker Patientinnen und Patienten in der Bundesrepublik weiter auszubauen und zu verbessern.

Klinischen Krebsregistern wird dabei eine entscheidende Rolle zuteil:

  • Umfangreiche Daten mit vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten auf Grundlage eines bundesweit einheitlichen Datensatzes werden für Wissenschaft und Forschung zur Verfügung gestellt.
  • Durch die flächendeckende Auswertung aller Behandlungsdaten in Klinischen Krebsregistern werden erfolgreiche Behandlungsmethoden schneller sichtbar.
  • Eine zeitnahe Auswertung und Rückmeldung  an die Leistungserbringer wird einen zusätzlichen Nutzen für die meldenden Ärzte bieten.
  • Langfristig werden Klinische Krebsregister dazu beitragen, eine bundesweit einheitliche Qualitätssicherung in der onkologischen Versorgung zu installieren.

Gesetzliche Regelung

Am 01.01.2016 trat das neue Landeskrebsregistergesetz (LKRG) (136 KB) in Kraft.

Das Krebsregister Rheinland-Pfalz erfasst seitdem flächendeckend stationäre und ambulante Patientendaten zu Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumorerkrankungen mit folgendem Ziel:

  • Verbesserung der Heilbehandlung
  • Weiterentwicklung der Qualitätssicherung
  • Förderung der Versorgungsforschung

Es wird ein umfangreicherer Datensatz erhoben als bislang in der rein epidemiologischen Krebsregistrierung, der neben der Diagnose auch detaillierte Therapiedaten und den gesamten Verlauf einer Krebserkrankung abbildet.

Registriert werden alle Patientinnen und Patienten, die an onkologisch tätigen Einrichtungen in Rheinland-Pfalz diagnostiziert und behandelt werden, unabhängig vom Wohnort der Erkrankten.


Einheitlicher Onkologischer Basisdatensatz
ADT & GEKID

Der einheitliche onkologische Basisdatensatz von Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) und Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) wurde im März 2008 verabschiedet und im Februar 2014 aktualisiert. Er gilt für alle Krebsarten und wird fortlaufend um tumorspezifische Module ergänzt.
Mit dem einheitlichen Onkologischen Basisdatensatz ist ein Instrument geschaffen worden, das einen einheitlichen onkologischen Standard vorgibt, Mehrfachdokumentationen verhindert und in allen Bundesländern und klinischen Strukturen eine vergleichbare Erfassung und Auswertung von Krebsbehandlungen ermöglicht.


Veröffentlichung im Bundesanzeiger (amtlicher Teil) am 28.04.2014