Symposium zum 25-jährigen Jubiläum 2022

25 Jahre Krebsregistrierung in Rheinland-Pfalz: Eine erfolgreiche Entwicklung mit vielen Chancen für die Zukunft

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Landeskrebsregistergesetzes hat das Krebsregister Rheinland-Pfalz am Dienstag, den 6. September, ein Symposium in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur veranstaltet. Unter dem Motto „Krebsregistrierung: Gestern – Heute – (Über)Morgen“ blickten die Teilnehmer auf die Entwicklungen der Krebsregistrierung in den letzten Jahren, heutige Möglichkeiten und Potenziale der Zukunft.

Eröffnet wurde die die Veranstaltung durch die Geschäftsführerin Antje Swietlik und eine Videobotschaft des Ministers für Wissenschaft und Gesundheit Clemens Hoch. Der Minister lobte die erfolgreiche Entwicklung des epidemiologischen Krebsregister zum klinisch-epidemiologischen Krebsregister und stellte den Beitrag heraus, den das Krebsregister Rheinland-Pfalz leistet, um erfolgreiche Behandlungsmethoden schneller sichtbar zu machen und Fortschritte in der Früherkennung, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge zu fördern. Daniel Stich, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit sowie Aufsichtsratsvorsitzender des Krebsregisters Rheinland-Pfalz, dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krebsregisters für ihre Arbeit. Durch ihr Engagement sei das Krebsregister in den letzten Jahren zu einem Treiber von Innovation und Fortschritt geworden. Außerdem hob er den digitalen Ansatz des Krebsregisters und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning positiv hervor.

Anschließend wurden Herr Prof. Dr. Jörg Michaelis und Frau Prof. Dr. Maria Blettner vom Präsidenten der Landesärztekammer Dr. Günther Mattheis in einer Laudatio geehrt. Mit seinem besonderen Einsatz war Prof. Michaelis maßgeblich an der Entstehung des deutschlandweiten Krebsregistergesetzes sowie der Gründung des Krebsregister Rheinland-Pfalz und dem deutschen Kinderkrebsregister beteiligt. Prof. Blettner hat jahrelang die Registerstelle des epidemiologischen Krebsregisters geleitet, weiterentwickelt und nachhaltig die wissenschaftliche Ausrichtung geprägt. Eine besondere Überraschung war es, dass sich auch Prof. Dr. Nobert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz, in einer Videobotschaft ebenfalls bei den beiden bedankte. Außerdem stellte er den Mehrwert der Krebsregisterdaten für die Wissenschaft heraus. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Krebsregister Rheinland-Pfalz soll in Zukunft weiter intensiviert werden.

Ein weiterer Höhepunkt vor der Pause war die Keynote von Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft. Seinen Vortrag startete er mit einem Blick auf die Entstehung der Krebsregistrierung in Deutschland und ging über dessen Fortschritt in den letzten Jahren bis hin zu den Herausforderungen für die Zukunft. Eine seiner zentralen Botschaften war, dass die Krebsregistrierung immer den Anspruch haben muss, patientendienlich zu sein. [Zum Vortrag]

Dr. Christian Behr stellte sich als neuer Ärztlicher Leiter des Krebsregisters Rheinland-Pfalz vor und erklärte mit seiner über 20-jährigen Erfahrung, was für seinen Alltag als Arzt in der Versorgung von onkologischen Patientinnen und Patienten hilfreich gewesen wäre und was für Fragen ihn beschäftigt haben. Zum Beispiel war es sehr mühsam, eine vollständige Akte über den bisherigen Behandlungsverlauf der Patientinnen und Patienten zu erstellen oder die Wirksamkeit der eigenen Behandlungen mit anderen Einrichtungen zu vergleichen. Bei der Überwindung solcher Herausforderungen können Krebsregister eine entscheidende Rolle spielen. [Zum Vortrag]

Zum Unternehmensfilm

Die zweite Hälfte des Symposiums startete mit der Veröffentlichung des neuen Unternehmensfilms des Krebsregisters Rheinland-Pfalz, bevor Petra Plachky, Abteilungsleiterin Datenmanagement, das Publikum mit auf eine Zeitreise in der Meldungsbearbeitung nahm. Vom Meldungsbogen auf Papier bis zum elektronischen Meldeportal und zur automatisierten Zusammenfassung in einer onkologischen Patientenakte – die Weiterentwicklung könnte kaum größer sein. [Zum Vortrag]

Im nächsten Vortrag präsentierte PD Dr. Christina Justenhoven, Abteilungsleiterin Datenauswertung und Reporting, am Beispiel Magenkrebs die verschiedenen Auswertungsmöglichkeiten des Krebsregisters. Von der epidemiologischen Herangehensweise zu klinischen Auswertungen zeigte sie, wie die Krebsregisterdaten zur Abbildung der Versorgungsrealität eingesetzt werden können. Außerdem stellte sie heraus, dass das Krebsregister Rheinland-Pfalz auch individuelle Anfragen gerne entgegennimmt, um noch weiteren Mehrwert mit der vorhandenen Datengrundlage zu schaffen. [Zum Vortrag]   

Anschließend gab Louisa Schwarz, Mitarbeiterin der Stabsstelle Data Science, einen Ausblick auf die Chancen der Krebsregistrierung durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning. Zum Beispiel entwickelt das Krebsregister Rheinland-Pfalz aktuell ein Prognosemodell, das vorrausagen soll, ob ein Patient gefährdet ist, einen Rückfall zu erleiden. Außerdem arbeitet das Krebsregister daran, ein Dashboard für Ärztinnen und Ärzte zu erstellen, das Informationen zu den eigenen Meldungen und Auswertungen der Daten in Echtzeit bereitstellt. [Zum Vortrag]

Zum Abschluss gab Antje Swietlik einen Ausblick in die Zukunft. Ein zentrales Ziel ist es, die Interoperabilität der Gesundheitsdaten zu fördern und den Nutzen der Daten in allen Bereichen der onkologischen Versorgung weiter zu erhöhen. Die Weiterentwicklung der digitalen Prozesse sei dafür von elementarer Bedeutung. Außerdem kündigte die Geschäftsführerin des Krebsregisters Rheinland-Pfalz bereits die nächste Veranstaltung für Anfang 2023 an, in der digitale Themen in den Mittelpunkt gestellt werden sollen. [Zum Vortrag]

 

 

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