"Die Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister bildet durch die Darstellung des gesamten Krankheitsverlaufes zum ersten Mal den prozessualen Versorgungsgedanken ab, anstelle von Strukturbetrachtungen. Dies können nur die flächendeckenden, klinischen Krebsregister in den Bundesländern auf Basis des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes."

Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär Deutsche Krebsgesellschaft e.V.


Qualitätskonferenzen dienen als Instrument der Qualitätssicherung in der onkologischen Versorgung. Das Krebsregister richtet daher einmal im Jahr eine landesweite und mehrere regionale Qualitätskonferenzen in Rheinland-Pfalz aus.

Im Fokus dieser Veranstaltungen stehen die Auswertung des Krebsregisters zu den vorliegenden Diagnose-, Therapie- und Verlaufsdaten in Bezug auf bestimmte Tumorentitäten sowie die Vorstellung von leitlinienbasierten Qualitätsindikatoren. Diese Auswertungen ermöglichen eine Betrachtung und Bewertung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der onkologischen Versorgung in Rheinland-Pfalz. 

In den landesweiten Qualitätskonferenzen werden diese Auswertungen für Rheinland-Pfalz insgesamt durch Fachvorträge von Experten und Expertinnen aus dem klinischen Alltag gestützt. Die Zusammenführung von fachlicher Expertise mit den Auswertungen des Krebsregisters ermöglicht eine interdisziplinäre Betrachtung des Nutzens und der Chancen der klinischen Krebsregistrierung – auch und gerade für den klinischen Alltag. Bereits drei Mal hat das Krebsregister Rheinland-Pfalz in der Vergangenheit onkologisch tätige Ärzte und Ärztinnen, Dokumentare und Stakeholder zur landesweiten Qualitätskonferenz geladen. Berichte und Impressionen der vergangen landesweiten Qualitätskonferenzen haben wir hier für Sie zusammengestellt:

 

Am Mittwochnachmittag, den 04. Dezember 2019, begrüßte das Krebsregister Rheinland-Pfalz knapp 100 Teilnehmende zur mittlerweile dritten Landesweiten Qualitätskonferenz. Neben Ärzten und Ärztinnen der stationären und ambulanten onkologischen Versorgung nahmen auch Mitglieder des Aufsichtsrates und des Expertenbeirats des Krebsregisters an der Veranstaltung teil. Anders als in den vergangenen Jahren fand die diesjährige Landesweite Qualitätskonferenz in den Räumlichkeiten der Kupferberg Terrassen in Mainz statt.

Auch in diesem Jahr konnte das Krebsregister RLP wieder Expertinnen und Experten aus dem klinischen Alltag für Fachvorträge zu den Tumorentitäten Mamma, Prostata und Magen gewinnen. Ergänzt wurden ihre Präsentationen um klinische Auswertungen des Krebsregisters RLP.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte die Geschäftsführerin des Krebsregisters RLP, Antje Swietlik, die Anwesenden. In einem kurzen Abriss zeigte sie die Entwicklung des Krebsregisters RLP hin zu einem Institut für digitale onkologische Datenverarbeitung auf. Maschinelles Lernen und der Einsatz von neuronalen Netzwerken ergänzen die alltägliche Arbeit des Krebsregisters RLP und gewährleisten somit eine zeitgemäße digitale Infrastruktur.


Daran anknüpfend zog Dr. med Klaus Jahn, Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Krebsregisters, seine Bilanz: Als erstes Krebsregister bundesweit konnte Rheinland-Pfalz alle 43 Förderkriterien des GKV-Spitzenverbandes erfüllen, sodass die Umbauphase hin zu einem klinischen Krebsregister erfolgreich abgeschlossen wurde.

Im Anschluss an das Grußwort startete der fachthemenbezogene Teil der Veranstaltung. In einführenden Kurzvorträgen durch Dr. med. Sylke Zeißig und PD Dr. rer. nat. Christina Justenhoven vom Krebsregister RLP, wurden Datenauswertungen im Zeitraum vom 01.01.2016 bis 15.10.2019 zu den jeweiligen Tumorentitäten vorgestellt. Neben Informationen über Patientenströme erhielten die Gäste einen Überblick über Meldungszahlen zur jeweiligen Entität in gesamt Rheinland-Pfalz sowie anschauliche Übersichten zu Lokalisationen des jeweiligen Tumors und Therapieverläufen.

PD Dr. med. Dr. med. habil. Christian Mönch, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der Westpfalz-Klinikum GmbH, befasste sich im ersten Fachvortrag des Nachmittags mit den „Herausforderungen der multimodalen Therapie beim Magenkarzinom am zertifizierten Zentrum“. Nach einer kurzen Zusammenfassung der Voraussetzungen für zertifizierte Zentren, widmete sich PD Dr. Dr. Mönch den Behandlungsmöglichkeiten nach einer Magen‑
karzinomdiagnose. Mit anschaulichem Bildmaterial referierte PD Dr. Dr. Mönch über die weitreichenden Verfahren in der Behandlung von betroffenen Patienten. Neben der Entfernung von befallenem Gewebe zeigte er auch die Möglichkeiten der rekonstruktiven Chirurgie, am Beispiel einer Ösophagektomie mit anschließender Rekonstruktion, auf. Weiterhin stellte PD Dr. Dr. Mönch mit dem DaVinci® Xi Multiport-System eine der modernsten robotor-gestützten Operationsmethoden vor, die aktuell schon im Westpfalz-Klinikum genutzt wird. Das Operationsgebiet kann bei dieser Methode über kleine Schnitte erreicht werden, und bietet so gegenüber herkömmlichen Operationsschnitten viele Vorteile für den Patienten und den Operateur selbst. Neben der beschleunigten Heilung des Patienten durch eine kleine Wundfläche, können die Schmerzen minimiert und die Mobilität oft früher wiederhergestellt werden. Auch der Operateur profitiert durch eine angenehme Körperhaltung und eine äußerst präzise Steuerung der Operationsinstrumente während der Operation. Zum Abschluss des Vortrages stellte Herr Dr. Dr.  Mönch nochmals die essenziell wichtige Zusammenarbeit der Magenkarzinom-Zentren mit dem Krebsregister RLP in den Fokus. Gleichzeitig verwies er aber auch auf die Profitabilität des Datenaustausches nicht nur für Ärzte und Zentren, sondern auch für den Patienten selbst.

Nach einer Kaffeepause präsentierte Frau PD Dr. Justenhoven mit einem Kurzvortrag den Start in den nächsten Themenblock „Mammakarzinom“. Im Anschluss daran hielt Frau Dr. med. Dietlind Henk, Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth in Neuwied, ihren Fachvortrag. Das Thema behandelte „Besondere Patientinnen mit familiärem Mamma- und Ovarialkarzinom“. Zu Beginn machte Frau Dr. Henk deutlich, dass Brustkrebs als häufigste Krebserkrankung bei Frauen diagnostiziert wird. Sie erläuterte, dass mit einem Risiko von 12% Frauen bis zum 70. Lebensjahr an dieser Krebsart erkranken. Mit einer übersichtlichen Grafik führte Frau Dr. Henk die Kriterien für eine genetische Vorbelastung in der Familienanamnese von Patienten aus und stellte anschließend das Deutsche Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs vor. Die Arbeit des Konsortiums erstreckt sich neben der Forschung, Beratung, Betreuung und Entwicklung von Versorgungskonzepten für Patienten aus Hochrisikofamilien auch auf Durchführungen von Risikokalkulationen, Genanalysen und präventiven Maßnahmen. Frau Dr. Henk referierte in diesem Zusammenhang auch über die Hochrisiko-Gene BRCA1 und BRCA2, die zusammen für 25% aller erblich bedingten Krebserkrankungen verantwortlich sind. Anhand einer Fallvorstellung einer jungen Patientin mit Brust- und Eierstockkrebs machte sie ihre Ausführungen nochmals deutlich und verwies auf die Dringlichkeit der Datenerhebungen durch alle Versorgungsbeteiligten sowie der Krebsregister, unter der Vorgabe des Krebsfrüherkennungs- und Registergesetzes. In diesem Zusammenhang erläuterte Frau Dr. Henk aber auch die Wichtigkeit der Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der Daten, durch Leistungserbringer, Öffentlichkeit und Gesundheitspolitik, die schon heute durch das Krebsregister RLP gegeben sind.

Den abschließenden fachbezogenen Themenblock leitete Frau Dr. Zeißig ein und übergab das Rednerpult an Herrn Prof. Dr. med. Hans-Ulrich Schmelz. Als Oberstarzt und Direktor der Klinik für Urologie des Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz referierte Prof. Dr. Schmelz über „Aktuelles zum Prostatakarzinom“ und wies zu Beginn des Vortrages auf die gesetzliche Verpflichtung von Meldungen an das Krebsregister hin und betonte die Wichtigkeit der Datenerhebungen durch das Krebsregister. Im weiteren Verlauf des Vortrages zeigte Prof. Dr. Schmelz die unterschiedlichen Meldeanlässe während des Krankheitsverlaufes eines Prostatakrebspatienten auf. Prof. Dr. Schmelz führte aus, dass dem Landeskrebsregistergesetz entsprechend Meldungen an das Krebsregister nicht nur bei der Erstdiagnose einer Krebserkrankung erfolgen muss, sondern auch Veränderungen im Krankheitsverlauf einer Meldung bedürfen. Zum Abschluss plädierte Prof. Dr. Schmelz für eine Erweiterung des LKRG verwies auf die Wichtigkeit der Meldungen an das Krebsregister.

Die Fachvorträge als auch die Analysen des Krebsregisters RLP regten das Fachpublikum zum interdisziplinären Austausch und zu Diskussionen an, die den Stellenwert der Arbeit des Krebsregisters RLP für die onkologische Qualitätssicherung verdeutlichten. Mit Hilfe der Arbeit der klinischen Krebsregister können wertvolle Daten gewonnen werden, die nicht nur gewinnbringend für den klinischen Alltag sind, sondern auch die Planung der onkologischen Gesundheitsversorgung in Rheinland-Pfalz maßgeblich mitgestalten. Dieser Verantwortung bewusst, betont Antje Swietlik die Wichtigkeit jeder einzelnen Meldung nicht nur aus der stationären, sondern auch aus der ambulanten onkologischen Versorgung. Einzig klinische Krebsregister sind in der Lage die Inter- und Multidisziplinarität der onkologischen Versorgung zu erfassen und auszuwerten.


Am 05. Dezember von 15.00 bis 18.00 Uhr fand im Ratssaal des Rathauses der Stadt Mainz die zweite Landesweite Qualitätskonferenz des Krebsregisters statt. Die Schwerpunktthemen waren Harnblasenkarzinome, Malignes Melanom und Lungentumore.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Frau Antje Swietlik, Geschäftsführerin der Krebsregister Rheinland gGmbH die knapp 80 Teilnehmer und umriss kurz den aktuellen Stand nach Abschluss der Aufbauphase des Krebsregisters.

Dr. Klaus Jahn, Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Krebsregisters, resümierte in seinem Grußwort die Erfolge der vergangenen 5 Jahre seit Inkrafttreten des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes. Er verwies auf das kürzlich erschienene Prognos-Gutachten, in dem das Krebsregister RLP unter der Spitzengruppe der Bundesländer steht, mit 40 von 43 erfüllten Förderkriterien und stellte heraus, welche Vorteile die Gesundheitsversorgung und auch die politischen Einrichtungen in RLP aus der Implementierung der Krebsregister ziehen können.


Auch die länderübergreifende Zusammenarbeit erläuterte er, diese werde stetig fortgeführt, um so eine sinnvolle Abstimmung zwischen den Krebsregistern der einzelnen Bundesländer zu gewährleisten. Ebenso findet eine enge Abstimmung mit weiteren Institutionen (Deutsche Krebsgesellschaft, Arbeitsgruppe Deutscher Tumorzentren, Qualitätszirkel usw.) statt. Darüber hinaus bedankte er sich, wie im weiteren Verlauf auch die anderen Fachreferenten, bei den Mitarbeitern des Krebsregisters für ihre wertvolle Arbeit.

Antje Swietlik stellte in ihrem anschließenden Vortrag noch einmal kurz die Ziele der flächendeckenden klinischen Krebsregistrierung dar und erläuterte die verschiedenen Leistungen, die das Krebsregister für die onkologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte erbringen kann (Patientenindividuelle Rückmeldung der Tumorhistorie, Unterstützung von Qualitätskonferenzen mit zusammenfassenden Ergebnisdarstellungen, Verbesserung der Prozess- und Ergebnisqualität in der onkologischen Versorgung, Aggregierte Datenauswertungen zu weiterführenden wissenschaftlichen Fragestellungen). Anschließend wurde in einem kurzen Ausblick deutlich, welche langfristigen Ziele das Krebsregister in den nächsten Jahren erreichen wird.

In den anschließenden Themenblöcken stellte jeweils Frau Dr. Sylke Zeißig, Ärztliche Leiterin des Krebsregisters, zu den jeweiligen Entitäten erste klinische Auswertungen vor (Leistungsjahr 2016), bevor im Anschluss dann der jeweilige Fachreferent aus seinem Themengebiet einen Vortrag präsentierte.

Im ersten Themenblock standen Lungentumore im Fokus. Hier wurden von Frau Dr. Zeißig neben der Anzahl eingegangenen Meldungen Patientenströme und verschiedene Basisdaten zu Lokalisation und Histologie gezeigt. Im Anschluss präsentierte sie beispielhaft anhand von drei Qualitätsindikatoren (orientiert an S3-Leitlinie „Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms“, 2010), ob diese laut Datenlage im Krebsregister auch entsprechend von den meldenden Einrichtungen umgesetzt werden. Dabei wurde deutlich, dass die Datenlage des Krebsregisters aktuell noch nicht die Versorgungsrealität abbildet. Der deutliche Appell an alle onkologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte, ihrer Meldepflicht nachzukommen wurde in diesem Zusammenhang nicht nur von Frau Swietlik und Frau Dr. Zeißig an die Zuhörer gerichtet, auch die klinischen Fachreferenten wiesen im weiteren Verlauf auf die Bedeutung und Sinnhaftigkeit einer vollständigen Datenlage hin.

Dr. med Günther Matheis, Sektionsleiter Thoraxchirurgie, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier, referierte im Anschluss zum Thema „Qualitätsindikatoren in der Behandlung des Lungencarcinoms“. Hierbei erläuterte er zunächst, welche Voraussetzungen Organzentren für eine erfolgreiche Zertifizierung erfüllen müssen. Im Folgenden ging er näher auf die Indikatoren der Prozessqualität der chirurgischen Therapie beim Lungenkarzinom ein und erläuterte einige aktuelle Zahlen zur Versorgungssituation in RLP. Weiterhin stellte er den Zusammenhang von Anzahl der durchgeführten Operationen in einer Einrichtung und dem anschließenden Behandlungserfolg dar. Zum Abschluss präsentierte er zwei Fallbeispiele und verdeutliche, warum sich, zugunsten des Patientenwohls, in einigen Fällen auch gegen eine leitliniengerechte Behandlung entschieden wird.

Nach einer kleinen Pause mit Kaffee und Kuchen ging es für alle Teilnehmer frisch gestärkt in den zweiten Teil der Veranstaltung.

Der folgende Themenblock wurde dann Frau Dr. Zeißig mit den klinischen Auswertungen des Krebsregisters zum Malignen Melanom eröffnet. Hier wurde zunächst die Anzahl Meldungen pro stationärer Einrichtung auf einer Rheinland-Pfalz-Karte dargestellt sowie ebenso die Patientenströme aufgezeigt. Ein deutlicher Trend hin zur Behandlung in den zertifizierten Hautkrebszentren in Rheinland-Pfalz (Mainz und Ludwigshafen) ist hier zu erkennen. Weiterhin zeigte Frau Dr. Zeißig Auswertungen zur Anzahl Patienten und Tumoren, Verteilung der Lokalisation und UICC-Stadien sowie Therapie aufgeschlüsselt nach UICC-Stadien. Hierbei war besonders auffällig, dass dem Krebsregister zu zahlreichen Tumoren bisher noch keine Therapiemeldungen vorliegen – auch hier wieder der Appell an die onkologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte, alle gesetzlich vorgeschriebenen Meldeanlässe an das Krebsregister zu melden. Zum Abschluss des Vortrags wurden auch bei diesem Themenfeld noch einige Qualitätsindikatoren und die entsprechenden Auswertungen zu diesen vorgestellt. Zudem erläuterte Frau Dr. Zeißig Kennzahlen zum absoluten und relativen Überleben beim Malignen Melanom.

Univ.-Prof. Dr. med. Stephan Grabbe, Direktor der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, griff im Anschluss in seinem Vortrag „Langzeit-Überleben beim metastasierten Melanom“ dieses Thema ausführlicher auf und beschrieb eingehend die Veränderung des Gesamtüberlebens von Primären Melanomen (nicht metastasiert) und Lokoregionär metastasierten Melanomen in der Zeit zwischen 2009 und 2017. Dabei konnte er zeigen, dass bei beiden Formen die Überlebensrate eine starke Verbesserung in diesen 8 Jahren erfahren hat. Auch bei fernmetastasierten Melanomen ist eine deutliche Steigerung der Überlebensrate zu erkennen. Grund für diese starke Verbesserung sind laut Prof. Grabbe unter anderem neue Therapieformen mit sogenannten „Immune Checkpoint Inhibitors“. Beispielhaft zeigte er hier verschiedene Statistiken zur Auswirkung einiger dieser Wirkstoffe auf das Gesamtüberleben von Patienten mit Malignem Melanom. Auch auf LDH und Tumorlast als Prognoseparameter ging er in seinem Vortrag ein. Ein weiterer Abschnitt galt der frühzeitigen Therapie des metastasierten Melanoms im adjuvanten Stadium. Als Fazit konnte Prof. Grabbe in seinem Vortrag aufzeigen, dass bei einem immer größer werdenden Anteil der Patienten das metastasierte Melanom heilbar ist und auch weiterhin das Langzeitüberleben von Patienten mit diesem Krankheitsbild verbessert werden wird.

Im dritten Themenblock, zum Thema Harnblasenkarzinom, zeigte Frau Dr. Zeißig Auswertungen zu Anzahl der Patienten und Tumoren, Aufschlüsselungen nach Tumorstadien, N- und M-Stadien sowie Verteilung der UiCC-Stadien. Auch wurde die Meldesituation zu Therapie nach UICC-Stadium dargestellt sowie Verteilung des Residualstatus nach Operation. Zum Abschluss stellte Sie noch einige Anforderungen an die zertifizierten Uroonkologie-Zentren dar.

Prof. Dr. Markus Müller, Chefarzt der Urologischen Klinik am Klinikum Ludwigshafen, wies gleich zu Beginn seines Vortrags „Aktuelle stadiengerechte Therapie des Urothelkarzinoms der Harnblase und Qualitätsindikatoren“ auf den Umstand hin, dass es sich beim Harnblasenkarzinom um eine schwer zu dokumentierende Entität handelt, da das Auftreten dieser Tumorart sich als äußerst differenziert und vielschichtig darstellt. Auf diesen Punkt hatte auch Frau Dr. Zeißig bereits in ihrem Vortrag hingewiesen. Im Anschluss stellte Prof. Müller in seinem Vortrag einige Statistiken zum Auftreten der Erkrankung und zu den Risikofaktoren vor. Besonders das Rauchen sei in der Allgemeinbevölkerung kaum als Risikofaktor für Blasenkrebs bekannt, ist aber die häufigste Ursache für dessen Entstehung. Im weiteren Verlauf ging er auf die verschiedenen Merkmale der Krankheit ein sowie die Therapie- und Kontrollmöglichkeiten, hier insbesondere die Zystektomie. Weiterhin beleuchtete er verschiedene Qualitätsindikatoren der „S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Hanblasenkarzinoms, (Stand November 2016) und gab eine Einschätzung dieser zur Umsetzbarkeit in der Praxis.

Zum Abschluss gab Antje Swietlik noch einmal einen kurzen Ausblick für 2019 und bedankte sich bei allen Teilnehmern, bevor sie zu einem gemeinsamen kleinen Imbiss einlud, bei dem sich noch zahlreiche interessante Gespräche zwischen den Teilnehmern untereinander und den Mitarbeitern des Krebsregisters ergaben.



Alle Informationen zur kommenden landesweiten Qualitätskonferenz Ende 2020 finden Sie unter der Rubrik Aktuelles. Hier veröffentlichen wir den aktuellen Stand der Planungen und stellen die Fokusthemen der Veranstaltung vor:

Landesweite Qualitätskonferenz 2020


 

Im Gegensatz zur öffentlichen landesweiten Qualitätskonferenz konzentrieren sich regionale Qualitätskonferenzen auf das Voneinander-Lernen. Sie zielen explizit auf den Dialog zwischen regional tätigen Ärztinnen und Ärzten in einem geschützten, nicht-öffentlichen Rahmen ab. Eine Teilnahme kann daher erst nach Einladung durch das Krebsregister Rheinland-Pfalz erfolgen, um diesen geschützten und vertraulichen Rahmen zu wahren. Hierzu bereitet das Krebsregister die Meldungen eines jeden Teilnehmenden auf und präsentiert diese in pseudonymisierter Form. Gemeinsam erfolgt ein Vergleich der eingeladenen Einrichtungen und eine Diskussion vor dem Hintergrund geltender Leitlinien. Im Fokus dieser Auswertungen und Diskussionen steht immer eine ausgewählte Tumorentität.

Um möglichst vielen onkologisch tätigen Ärzten in Rheinland-Pfalz die Teilnahme zu ermöglichen, werden die regionalen Qualitätskonferenzen vor Ort durchgeführt.