"Die Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister bildet durch die Darstellung des gesamten Krankheitsverlaufes zum ersten Mal den prozessualen Versorgungsgedanken ab, anstelle von Strukturbetrachtungen. Dies können nur die flächendeckenden, klinischen Krebsregister in den Bundesländern auf Basis des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes."

Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär Deutsche Krebsgesellschaft e.V.


Qualitätskonferenzen

Qualitätskonferenzen dienen als Instrument der Qualitätssicherung in der onkologischen Versorgung. Das Krebsregister richtet daher einmal im Jahr eine landesweite und mehrere regionale Qualitätskonferenzen in Rheinland-Pfalz aus.

Im Fokus dieser Veranstaltungen stehen die Auswertung des Krebsregisters zu den vorliegenden Diagnose-, Therapie- und Verlaufsdaten in Bezug auf bestimmte Tumorentitäten sowie die Vorstellung von leitlinienbasierten Qualitätsindikatoren. Diese Auswertungen ermöglichen eine Betrachtung und Bewertung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der onkologischen Versorgung in Rheinland-Pfalz. 

In den landesweiten Qualitätskonferenzen werden diese Auswertungen für Rheinland-Pfalz insgesamt durch Fachvorträge von Experten und Expertinnen aus dem klinischen Alltag gestützt. Die Zusammenführung von fachlicher Expertise mit den Auswertungen des Krebsregisters ermöglicht eine interdisziplinäre Betrachtung des Nutzens und der Chancen der klinischen Krebsregistrierung – auch und gerade für den klinischen Alltag. Bereits seit 2018 hat das Krebsregister Rheinland-Pfalz regelmäßig onkologisch tätige Ärzte und Ärztinnen, Dokumentare und Stakeholder zur landesweiten Qualitätskonferenz geladen. Berichte und Impressionen der vergangen landesweiten Qualitätskonferenzen haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Im Gegensatz zur öffentlichen landesweiten Qualitätskonferenz konzentrieren sich regionale Qualitätskonferenzen auf das Voneinander-Lernen. Sie zielen explizit auf den Dialog zwischen regional tätigen Ärztinnen und Ärzten in einem geschützten, nicht-öffentlichen Rahmen ab. Eine Teilnahme kann daher erst nach Einladung durch das Krebsregister Rheinland-Pfalz erfolgen, um diesen geschützten und vertraulichen Rahmen zu wahren. Hierzu bereitet das Krebsregister die Meldungen eines jeden Teilnehmenden auf und präsentiert diese in pseudonymisierter Form. Gemeinsam erfolgt ein Vergleich der eingeladenen Einrichtungen und eine Diskussion vor dem Hintergrund geltender Leitlinien. Im Fokus dieser Auswertungen und Diskussionen steht immer eine ausgewählte Tumorentität.

Um möglichst vielen onkologisch tätigen Ärzten in Rheinland-Pfalz die Teilnahme zu ermöglichen, werden die regionalen Qualitätskonferenzen vor Ort durchgeführt. 

Das fünfte Jahr in Folge begrüßte Geschäftsführerin Antje Swietlik Referentinnen und Referenten, sowie alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 17.11.2021 zur landesweiten Qualitätskonferenz des Krebsregisters Rheinland-Pfalz. Nach der erfolgreichen digitalen Veranstaltung im vergangenen Jahr freute sich das Krebsregister Rheinland-Pfalz, in diesem Jahr die Veranstaltung als Hybrid auszurichten. Aus diesem Grund bedankte sich Frau Swietlik nicht nur bei den Teilnehmenden vor Ort im Kurfürstlichen Schloss, sondern auch bei den zahlreich digital zugeschalteten Teilnehmenden für ihr Interesse an der Konferenz.

In Vertretung von Minister Clemens Hoch begrüßte im Anschluss Staatssekretär Dr. Denis Alt alle Teilnehmenden zur diesjährigen landesweiten Qualitätskonferenz. Er bedankte sich bei allen onkologisch tätigen Einrichtungen, denn nur durch deren Unterstützung ist eine valide Datenerhebung in Rheinland-Pfalz möglich, welche die Grundlage für die Versorgungsforschung und Qualitätssicherung in der Krebsbehandlung bildet.

Es folgten Vorträge zu klinischen Auswertungen von Krebsregisterdaten zu den Themenschwerpunkten Bronchialkarzinome, Urothelkarzinome und Sarkome. Diese wurden von Frau PD Dr. med. Sylke Zeißig (Ärztliche Leiterin) sowie von Frau PD Dr. Christina Justenhoven (Abteilungsleiterin für Datenauswertung und Reporting) präsentiert. Ergänzt wurden diese Vorträge von folgenden Experten:

  • Dr. med. Günther Matheis
    Sektionsleiter Thoraxchirurgie, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier
     
  • Dr. med. Maximilian PJK Brandt
    Facharzt der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsmedizin Mainz
     
  • Prof. Dr. Dr. Frank Traub
    Leiter Tumororthopädie/Sarkomchirurgie des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen (UCT)
    Leiter der Kinderorthopädie und Osteologie, Universitätsmedizin Mainz

In die lebhaften und fachlich sehr interessanten Diskussionen nach den Präsentationen wurde auch das digitale Publikum einbezogen. Hierfür stand ein Interaktions-Tool auf der Webseite des Krebsregisters zur Verfügung. Das Tool ermöglichte einen direkten Austausch mit den Referierenden vor Ort im Livestream.

Der letzte Programmpunkt umfasste die Verabschiedung von Frau PD Dr. med. Sylke Zeißig. Frau Zeißig war über 12 Jahre für das Krebsregister Rheinland-Pfalz tätig, aus diesem Grund fiel die Verabschiedung ganz besonders schwer. Frau Dr. Schmitt-Reißer bedankte sich im Namen des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit ganz herzlich für die sehr gute Zusammenarbeit und wünschte Frau Zeißig alles Gute für die Zukunft. Frau PD Dr. med. Sylke Zeißig tritt ab Dezember 2021 eine Brückenprofessur in Würzburg an. Diese verbindet die Leitung des Regionalzentrums Unterfranken des Bayerischen Krebsregisters am LGL mit einer Professur für Klinische Epidemiologie von Krebserkrankungen am Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) der Universität Würzburg.

Das Krebsregister bedankt sich bei allen Teilnehmenden und Vortragenden für ihr Interesse. Wir werden auch zukünftig an der zeitgemäßen, hybriden Ausrichtung der Veranstaltung festhalten. Wir freuen uns, Sie auch im nächsten Jahr, am 23.11.2022 zu unserer landesweiten Qualitätskonferenz begrüßen zu dürfen.

Am 18.11.2020 begrüßte Geschäftsführerin Antje Swietlik, pünktlich um 15 Uhr, 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor ihren mobilen Endgeräten zur vierten landesweiten Qualitätskonferenz des Krebsregisters Rheinland-Pfalz aus dem Kurfürstlichen Schloss zu Mainz. Aus aktuellem Anlass fand die diesjährige Qualitätskonferenz zum ersten Mal als rein digitale Veranstaltung mit großem Erfolg statt.

Für diesen besonderen Anlass empfing die Gesundheitsministerin aus Rheinland-Pfalz, Frau Sabine Bätzing-Lichtenthäler, alle Teilnehmenden mit einem digitalen Grußwort und bedankte sich für das Engagement der onkologisch tätigen Einrichtungen durch die zahlreichen Meldungen an das Krebsregister. Das Grußwort der Ministerin können Sie sich hier ansehen. In diesem Jahr standen das Prostatakarzinom, gynäkologische Tumoren und Lymphome im Fokus der Veranstaltung.

 

Neben Frau Swietlik referierte die Ärztliche Leiterin, PD Dr. Sylke Zeißig, und die Teamleiterin für Datenauswertung und Reporting, Frau PD Dr. Christina Justenhoven, auf Seiten des Krebsregisters sowie die Gastreferenten PD Dr. Andreas Neisius (Leiter des Prostatakarzinomzentrums des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Trier), Prof. Dr. Annette Hasenburg (Direktorin der Klinik und Poliklinik für Geburtenhilfe und Frauengesundheit der Universitätsmedizin Mainz) und Prof. Dr. Rudolf Weide (Praxis für Hämatologie und Onkologie in Koblenz).

Neben den inhaltlichen Fachvorträgen wurde der neue Imagefilm des Krebsregisters präsentiert und der neue, druckfrische Jahresbericht der Öffentlichkeit vorgestellt. Den Jahresbericht können Sie hier online abrufen.

Um einen fachlichen Austausch mit den digitalen Teilnehmern und den Referenten vor Ort zu ermöglichen, wurde im Livestream ein Interaktions-Tool auf der Homepage des Krebsregisters zur Verfügung gestellt. Über dieses Tool konnten interessierte Zuschauer ihre Fragen direkt an die Referenten im Kurfürstlichen Schloss übermitteln.

Das Krebsregister bedankt sich bei den zahlreichen Zuschauern für ihr Interesse und hofft, trotz der guten Annahme der digitalen Veranstaltungsausrichtung, viele Gäste im nächsten Jahr auch wieder persönlich zu dem jährlichem Event begrüßen zu dürfen. Nichtsdestotrotz möchte man an der zeitgemäßen digitalen Ausrichtung in Form eines Hybrid-Modells festhalten, um so vielen Interessierten wie möglich Zugang zu der Informationsveranstaltung zu ermöglichen. 

Am Mittwochnachmittag, den 04. Dezember 2019, begrüßte das Krebsregister Rheinland-Pfalz knapp 100 Teilnehmende zur mittlerweile dritten landesweiten Qualitätskonferenz. Neben Ärzten und Ärztinnen der stationären und ambulanten onkologischen Versorgung nahmen auch Mitglieder des Aufsichtsrates und des Expertenbeirats des Krebsregisters an der Veranstaltung teil. Anders als in den vergangenen Jahren fand die diesjährige Landesweite Qualitätskonferenz in den Räumlichkeiten der Kupferberg Terrassen in Mainz statt.

Auch in diesem Jahr konnte das Krebsregister RLP wieder Expertinnen und Experten aus dem klinischen Alltag für Fachvorträge zu den Tumorentitäten Mamma, Prostata und Magen gewinnen. Ergänzt wurden ihre Präsentationen um klinische Auswertungen des Krebsregisters RLP.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte die Geschäftsführerin des Krebsregisters RLP, Antje Swietlik, die Anwesenden. In einem kurzen Abriss zeigte sie die Entwicklung des Krebsregisters RLP hin zu einem Institut für digitale onkologische Datenverarbeitung auf. Maschinelles Lernen und der Einsatz von neuronalen Netzwerken ergänzen die alltägliche Arbeit des Krebsregisters RLP und gewährleisten somit eine zeitgemäße digitale Infrastruktur.


Daran anknüpfend zog Dr. med Klaus Jahn, Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Krebsregisters, seine Bilanz: Als erstes Krebsregister bundesweit konnte Rheinland-Pfalz alle 43 Förderkriterien des GKV-Spitzenverbandes erfüllen, sodass die Umbauphase hin zu einem klinischen Krebsregister erfolgreich abgeschlossen wurde.

Im Anschluss an das Grußwort startete der fachthemenbezogene Teil der Veranstaltung. In einführenden Kurzvorträgen durch Dr. med. Sylke Zeißig und PD Dr. rer. nat. Christina Justenhoven vom Krebsregister RLP, wurden Datenauswertungen im Zeitraum vom 01.01.2016 bis 15.10.2019 zu den jeweiligen Tumorentitäten vorgestellt. Neben Informationen über Patientenströme erhielten die Gäste einen Überblick über Meldungszahlen zur jeweiligen Entität in gesamt Rheinland-Pfalz sowie anschauliche Übersichten zu Lokalisationen des jeweiligen Tumors und Therapieverläufen.

PD Dr. med. Dr. med. habil. Christian Mönch, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der Westpfalz-Klinikum GmbH, befasste sich im ersten Fachvortrag des Nachmittags mit den „Herausforderungen der multimodalen Therapie beim Magenkarzinom am zertifizierten Zentrum“. Nach einer kurzen Zusammenfassung der Voraussetzungen für zertifizierte Zentren, widmete sich PD Dr. Dr. Mönch den Behandlungsmöglichkeiten nach einer Magen‑
karzinomdiagnose. Mit anschaulichem Bildmaterial referierte PD Dr. Dr. Mönch über die weitreichenden Verfahren in der Behandlung von betroffenen Patienten. Neben der Entfernung von befallenem Gewebe zeigte er auch die Möglichkeiten der rekonstruktiven Chirurgie, am Beispiel einer Ösophagektomie mit anschließender Rekonstruktion, auf. Weiterhin stellte PD Dr. Dr. Mönch mit dem DaVinci® Xi Multiport-System eine der modernsten robotor-gestützten Operationsmethoden vor, die aktuell schon im Westpfalz-Klinikum genutzt wird. Das Operationsgebiet kann bei dieser Methode über kleine Schnitte erreicht werden, und bietet so gegenüber herkömmlichen Operationsschnitten viele Vorteile für den Patienten und den Operateur selbst. Neben der beschleunigten Heilung des Patienten durch eine kleine Wundfläche, können die Schmerzen minimiert und die Mobilität oft früher wiederhergestellt werden. Auch der Operateur profitiert durch eine angenehme Körperhaltung und eine äußerst präzise Steuerung der Operationsinstrumente während der Operation. Zum Abschluss des Vortrages stellte Herr Dr. Dr.  Mönch nochmals die essenziell wichtige Zusammenarbeit der Magenkarzinom-Zentren mit dem Krebsregister RLP in den Fokus. Gleichzeitig verwies er aber auch auf die Profitabilität des Datenaustausches nicht nur für Ärzte und Zentren, sondern auch für den Patienten selbst.

Nach einer Kaffeepause präsentierte Frau PD Dr. Justenhoven mit einem Kurzvortrag den Start in den nächsten Themenblock „Mammakarzinom“. Im Anschluss daran hielt Frau Dr. med. Dietlind Henk, Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth in Neuwied, ihren Fachvortrag. Das Thema behandelte „Besondere Patientinnen mit familiärem Mamma- und Ovarialkarzinom“. Zu Beginn machte Frau Dr. Henk deutlich, dass Brustkrebs als häufigste Krebserkrankung bei Frauen diagnostiziert wird. Sie erläuterte, dass mit einem Risiko von 12% Frauen bis zum 70. Lebensjahr an dieser Krebsart erkranken. Mit einer übersichtlichen Grafik führte Frau Dr. Henk die Kriterien für eine genetische Vorbelastung in der Familienanamnese von Patienten aus und stellte anschließend das Deutsche Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs vor. Die Arbeit des Konsortiums erstreckt sich neben der Forschung, Beratung, Betreuung und Entwicklung von Versorgungskonzepten für Patienten aus Hochrisikofamilien auch auf Durchführungen von Risikokalkulationen, Genanalysen und präventiven Maßnahmen. Frau Dr. Henk referierte in diesem Zusammenhang auch über die Hochrisiko-Gene BRCA1 und BRCA2, die zusammen für 25% aller erblich bedingten Krebserkrankungen verantwortlich sind. Anhand einer Fallvorstellung einer jungen Patientin mit Brust- und Eierstockkrebs machte sie ihre Ausführungen nochmals deutlich und verwies auf die Dringlichkeit der Datenerhebungen durch alle Versorgungsbeteiligten sowie der Krebsregister, unter der Vorgabe des Krebsfrüherkennungs- und Registergesetzes. In diesem Zusammenhang erläuterte Frau Dr. Henk aber auch die Wichtigkeit der Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der Daten, durch Leistungserbringer, Öffentlichkeit und Gesundheitspolitik, die schon heute durch das Krebsregister RLP gegeben sind.

Den abschließenden fachbezogenen Themenblock leitete Frau Dr. Zeißig ein und übergab das Rednerpult an Herrn Prof. Dr. med. Hans-Ulrich Schmelz. Als Oberstarzt und Direktor der Klinik für Urologie des Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz referierte Prof. Dr. Schmelz über „Aktuelles zum Prostatakarzinom“ und wies zu Beginn des Vortrages auf die gesetzliche Verpflichtung von Meldungen an das Krebsregister hin und betonte die Wichtigkeit der Datenerhebungen durch das Krebsregister. Im weiteren Verlauf des Vortrages zeigte Prof. Dr. Schmelz die unterschiedlichen Meldeanlässe während des Krankheitsverlaufes eines Prostatakrebspatienten auf. Prof. Dr. Schmelz führte aus, dass dem Landeskrebsregistergesetz entsprechend Meldungen an das Krebsregister nicht nur bei der Erstdiagnose einer Krebserkrankung erfolgen muss, sondern auch Veränderungen im Krankheitsverlauf einer Meldung bedürfen. Zum Abschluss plädierte Prof. Dr. Schmelz für eine Erweiterung des LKRG verwies auf die Wichtigkeit der Meldungen an das Krebsregister.

Die Fachvorträge als auch die Analysen des Krebsregisters RLP regten das Fachpublikum zum interdisziplinären Austausch und zu Diskussionen an, die den Stellenwert der Arbeit des Krebsregisters RLP für die onkologische Qualitätssicherung verdeutlichten. Mit Hilfe der Arbeit der klinischen Krebsregister können wertvolle Daten gewonnen werden, die nicht nur gewinnbringend für den klinischen Alltag sind, sondern auch die Planung der onkologischen Gesundheitsversorgung in Rheinland-Pfalz maßgeblich mitgestalten. Dieser Verantwortung bewusst, betont Antje Swietlik die Wichtigkeit jeder einzelnen Meldung nicht nur aus der stationären, sondern auch aus der ambulanten onkologischen Versorgung. Einzig klinische Krebsregister sind in der Lage die Inter- und Multidisziplinarität der onkologischen Versorgung zu erfassen und auszuwerten.


Am 05. Dezember von 15.00 bis 18.00 Uhr fand im Ratssaal des Rathauses der Stadt Mainz die zweite landesweite Qualitätskonferenz des Krebsregisters statt. Die Schwerpunktthemen waren Harnblasenkarzinome, Malignes Melanom und Lungentumore.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Frau Antje Swietlik, Geschäftsführerin der Krebsregister Rheinland gGmbH die knapp 80 Teilnehmer und umriss kurz den aktuellen Stand nach Abschluss der Aufbauphase des Krebsregisters.

Dr. Klaus Jahn, Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Krebsregisters, resümierte in seinem Grußwort die Erfolge der vergangenen 5 Jahre seit Inkrafttreten des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes. Er verwies auf das kürzlich erschienene Prognos-Gutachten, in dem das Krebsregister RLP unter der Spitzengruppe der Bundesländer steht, mit 40 von 43 erfüllten Förderkriterien und stellte heraus, welche Vorteile die Gesundheitsversorgung und auch die politischen Einrichtungen in RLP aus der Implementierung der Krebsregister ziehen können.


Auch die länderübergreifende Zusammenarbeit erläuterte er, diese werde stetig fortgeführt, um so eine sinnvolle Abstimmung zwischen den Krebsregistern der einzelnen Bundesländer zu gewährleisten. Ebenso findet eine enge Abstimmung mit weiteren Institutionen (Deutsche Krebsgesellschaft, Arbeitsgruppe Deutscher Tumorzentren, Qualitätszirkel usw.) statt. Darüber hinaus bedankte er sich, wie im weiteren Verlauf auch die anderen Fachreferenten, bei den Mitarbeitern des Krebsregisters für ihre wertvolle Arbeit.

Antje Swietlik stellte in ihrem anschließenden Vortrag noch einmal kurz die Ziele der flächendeckenden klinischen Krebsregistrierung dar und erläuterte die verschiedenen Leistungen, die das Krebsregister für die onkologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte erbringen kann (Patientenindividuelle Rückmeldung der Tumorhistorie, Unterstützung von Qualitätskonferenzen mit zusammenfassenden Ergebnisdarstellungen, Verbesserung der Prozess- und Ergebnisqualität in der onkologischen Versorgung, Aggregierte Datenauswertungen zu weiterführenden wissenschaftlichen Fragestellungen). Anschließend wurde in einem kurzen Ausblick deutlich, welche langfristigen Ziele das Krebsregister in den nächsten Jahren erreichen wird.

In den anschließenden Themenblöcken stellte jeweils Frau Dr. Sylke Zeißig, Ärztliche Leiterin des Krebsregisters, zu den jeweiligen Entitäten erste klinische Auswertungen vor (Leistungsjahr 2016), bevor im Anschluss dann der jeweilige Fachreferent aus seinem Themengebiet einen Vortrag präsentierte.

Im ersten Themenblock standen Lungentumore im Fokus. Hier wurden von Frau Dr. Zeißig neben der Anzahl eingegangenen Meldungen Patientenströme und verschiedene Basisdaten zu Lokalisation und Histologie gezeigt. Im Anschluss präsentierte sie beispielhaft anhand von drei Qualitätsindikatoren (orientiert an S3-Leitlinie „Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms“, 2010), ob diese laut Datenlage im Krebsregister auch entsprechend von den meldenden Einrichtungen umgesetzt werden. Dabei wurde deutlich, dass die Datenlage des Krebsregisters aktuell noch nicht die Versorgungsrealität abbildet. Der deutliche Appell an alle onkologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte, ihrer Meldepflicht nachzukommen wurde in diesem Zusammenhang nicht nur von Frau Swietlik und Frau Dr. Zeißig an die Zuhörer gerichtet, auch die klinischen Fachreferenten wiesen im weiteren Verlauf auf die Bedeutung und Sinnhaftigkeit einer vollständigen Datenlage hin.

Dr. med Günther Matheis, Sektionsleiter Thoraxchirurgie, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier, referierte im Anschluss zum Thema „Qualitätsindikatoren in der Behandlung des Lungencarcinoms“. Hierbei erläuterte er zunächst, welche Voraussetzungen Organzentren für eine erfolgreiche Zertifizierung erfüllen müssen. Im Folgenden ging er näher auf die Indikatoren der Prozessqualität der chirurgischen Therapie beim Lungenkarzinom ein und erläuterte einige aktuelle Zahlen zur Versorgungssituation in RLP. Weiterhin stellte er den Zusammenhang von Anzahl der durchgeführten Operationen in einer Einrichtung und dem anschließenden Behandlungserfolg dar. Zum Abschluss präsentierte er zwei Fallbeispiele und verdeutliche, warum sich, zugunsten des Patientenwohls, in einigen Fällen auch gegen eine leitliniengerechte Behandlung entschieden wird.

Nach einer kleinen Pause mit Kaffee und Kuchen ging es für alle Teilnehmer frisch gestärkt in den zweiten Teil der Veranstaltung.

Der folgende Themenblock wurde dann Frau Dr. Zeißig mit den klinischen Auswertungen des Krebsregisters zum Malignen Melanom eröffnet. Hier wurde zunächst die Anzahl Meldungen pro stationärer Einrichtung auf einer Rheinland-Pfalz-Karte dargestellt sowie ebenso die Patientenströme aufgezeigt. Ein deutlicher Trend hin zur Behandlung in den zertifizierten Hautkrebszentren in Rheinland-Pfalz (Mainz und Ludwigshafen) ist hier zu erkennen. Weiterhin zeigte Frau Dr. Zeißig Auswertungen zur Anzahl Patienten und Tumoren, Verteilung der Lokalisation und UICC-Stadien sowie Therapie aufgeschlüsselt nach UICC-Stadien. Hierbei war besonders auffällig, dass dem Krebsregister zu zahlreichen Tumoren bisher noch keine Therapiemeldungen vorliegen – auch hier wieder der Appell an die onkologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte, alle gesetzlich vorgeschriebenen Meldeanlässe an das Krebsregister zu melden. Zum Abschluss des Vortrags wurden auch bei diesem Themenfeld noch einige Qualitätsindikatoren und die entsprechenden Auswertungen zu diesen vorgestellt. Zudem erläuterte Frau Dr. Zeißig Kennzahlen zum absoluten und relativen Überleben beim Malignen Melanom.

Univ.-Prof. Dr. med. Stephan Grabbe, Direktor der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, griff im Anschluss in seinem Vortrag „Langzeit-Überleben beim metastasierten Melanom“ dieses Thema ausführlicher auf und beschrieb eingehend die Veränderung des Gesamtüberlebens von Primären Melanomen (nicht metastasiert) und Lokoregionär metastasierten Melanomen in der Zeit zwischen 2009 und 2017. Dabei konnte er zeigen, dass bei beiden Formen die Überlebensrate eine starke Verbesserung in diesen 8 Jahren erfahren hat. Auch bei fernmetastasierten Melanomen ist eine deutliche Steigerung der Überlebensrate zu erkennen. Grund für diese starke Verbesserung sind laut Prof. Grabbe unter anderem neue Therapieformen mit sogenannten „Immune Checkpoint Inhibitors“. Beispielhaft zeigte er hier verschiedene Statistiken zur Auswirkung einiger dieser Wirkstoffe auf das Gesamtüberleben von Patienten mit Malignem Melanom. Auch auf LDH und Tumorlast als Prognoseparameter ging er in seinem Vortrag ein. Ein weiterer Abschnitt galt der frühzeitigen Therapie des metastasierten Melanoms im adjuvanten Stadium. Als Fazit konnte Prof. Grabbe in seinem Vortrag aufzeigen, dass bei einem immer größer werdenden Anteil der Patienten das metastasierte Melanom heilbar ist und auch weiterhin das Langzeitüberleben von Patienten mit diesem Krankheitsbild verbessert werden wird.

Im dritten Themenblock, zum Thema Harnblasenkarzinom, zeigte Frau Dr. Zeißig Auswertungen zu Anzahl der Patienten und Tumoren, Aufschlüsselungen nach Tumorstadien, N- und M-Stadien sowie Verteilung der UiCC-Stadien. Auch wurde die Meldesituation zu Therapie nach UICC-Stadium dargestellt sowie Verteilung des Residualstatus nach Operation. Zum Abschluss stellte Sie noch einige Anforderungen an die zertifizierten Uroonkologie-Zentren dar.

Prof. Dr. Markus Müller, Chefarzt der Urologischen Klinik am Klinikum Ludwigshafen, wies gleich zu Beginn seines Vortrags „Aktuelle stadiengerechte Therapie des Urothelkarzinoms der Harnblase und Qualitätsindikatoren“ auf den Umstand hin, dass es sich beim Harnblasenkarzinom um eine schwer zu dokumentierende Entität handelt, da das Auftreten dieser Tumorart sich als äußerst differenziert und vielschichtig darstellt. Auf diesen Punkt hatte auch Frau Dr. Zeißig bereits in ihrem Vortrag hingewiesen. Im Anschluss stellte Prof. Müller in seinem Vortrag einige Statistiken zum Auftreten der Erkrankung und zu den Risikofaktoren vor. Besonders das Rauchen sei in der Allgemeinbevölkerung kaum als Risikofaktor für Blasenkrebs bekannt, ist aber die häufigste Ursache für dessen Entstehung. Im weiteren Verlauf ging er auf die verschiedenen Merkmale der Krankheit ein sowie die Therapie- und Kontrollmöglichkeiten, hier insbesondere die Zystektomie. Weiterhin beleuchtete er verschiedene Qualitätsindikatoren der „S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Hanblasenkarzinoms, (Stand November 2016) und gab eine Einschätzung dieser zur Umsetzbarkeit in der Praxis.

Zum Abschluss gab Antje Swietlik noch einmal einen kurzen Ausblick für 2019 und bedankte sich bei allen Teilnehmern, bevor sie zu einem gemeinsamen kleinen Imbiss einlud, bei dem sich noch zahlreiche interessante Gespräche zwischen den Teilnehmern untereinander und den Mitarbeitern des Krebsregisters ergaben.



Veranstaltungen

25 Jahre Krebsregistrierung in Rheinland-Pfalz: Eine erfolgreiche Entwicklung mit vielen Chancen für die Zukunft

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Landeskrebsregistergesetzes hat das Krebsregister Rheinland-Pfalz am Dienstag, den 6. September, ein Symposium in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur veranstaltet. Unter dem Motto „Krebsregistrierung: Gestern – Heute – (Über)Morgen“ blickten die Teilnehmer auf die Entwicklungen der Krebsregistrierung in den letzten Jahren, heutige Möglichkeiten und Potenziale der Zukunft.

Eröffnet wurde die die Veranstaltung durch die Geschäftsführerin Antje Swietlik und eine Videobotschaft des Ministers für Wissenschaft und Gesundheit Clemens Hoch. Der Minister lobte die erfolgreiche Entwicklung des epidemiologischen Krebsregister zum klinisch-epidemiologischen Krebsregister und stellte den Beitrag heraus, den das Krebsregister Rheinland-Pfalz leistet, um erfolgreiche Behandlungsmethoden schneller sichtbar zu machen und Fortschritte in der Früherkennung, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge zu fördern. Daniel Stich, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit sowie Aufsichtsratsvorsitzender des Krebsregisters Rheinland-Pfalz, dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krebsregisters für ihre Arbeit. Durch ihr Engagement sei das Krebsregister in den letzten Jahren zu einem Treiber von Innovation und Fortschritt geworden. Außerdem hob er den digitalen Ansatz des Krebsregisters und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning positiv hervor.

Anschließend wurden Herr Prof. Dr. Jörg Michaelis und Frau Prof. Dr. Maria Blettner vom Präsidenten der Landesärztekammer Dr. Günther Mattheis in einer Laudatio geehrt. Mit seinem besonderen Einsatz war Prof. Michaelis maßgeblich an der Entstehung des deutschlandweiten Krebsregistergesetzes sowie der Gründung des Krebsregister Rheinland-Pfalz und dem deutschen Kinderkrebsregister beteiligt. Prof. Blettner hat jahrelang die Registerstelle des epidemiologischen Krebsregisters geleitet, weiterentwickelt und nachhaltig die wissenschaftliche Ausrichtung geprägt. Eine besondere Überraschung war es, dass sich auch Prof. Dr. Nobert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz, in einer Videobotschaft ebenfalls bei den beiden bedankte. Außerdem stellte er den Mehrwert der Krebsregisterdaten für die Wissenschaft heraus. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Krebsregister Rheinland-Pfalz soll in Zukunft weiter intensiviert werden.

Ein weiterer Höhepunkt vor der Pause war die Keynote von Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft. Seinen Vortrag startete er mit einem Blick auf die Entstehung der Krebsregistrierung in Deutschland und ging über dessen Fortschritt in den letzten Jahren bis hin zu den Herausforderungen für die Zukunft. Eine seiner zentralen Botschaften war, dass die Krebsregistrierung immer den Anspruch haben muss, patientendienlich zu sein.

Dr. Christian Behr stellte sich als neuer Ärztlicher Leiter des Krebsregisters Rheinland-Pfalz vor und erklärte mit seiner über 20-jährigen Erfahrung, was für seinen Alltag als Arzt in der Versorgung von onkologischen Patientinnen und Patienten hilfreich gewesen wäre und was für Fragen ihn beschäftigt haben. Zum Beispiel war es sehr mühsam, eine vollständige Akte über den bisherigen Behandlungsverlauf der Patientinnen und Patienten zu erstellen oder die Wirksamkeit der eigenen Behandlungen mit anderen Einrichtungen zu vergleichen. Bei der Überwindung solcher Herausforderungen können Krebsregister eine entscheidende Rolle spielen.

Zum Unternehmensfilm

Die zweite Hälfte des Symposiums startete mit der Veröffentlichung des neuen Unternehmensfilms des Krebsregisters Rheinland-Pfalz, bevor Petra Plachky, Abteilungsleiterin Datenmanagement, das Publikum mit auf eine Zeitreise in der Meldungsbearbeitung nahm. Vom Meldungsbogen auf Papier bis zum elektronischen Meldeportal und zur automatisierten Zusammenfassung in einer onkologischen Patientenakte – die Weiterentwicklung könnte kaum größer sein.

Im nächsten Vortrag präsentierte PD Dr. Christina Justenhoven, Abteilungsleiterin Datenauswertung und Reporting, am Beispiel Magenkrebs die verschiedenen Auswertungsmöglichkeiten des Krebsregisters. Von der epidemiologischen Herangehensweise zu klinischen Auswertungen zeigte sie, wie die Krebsregisterdaten zur Abbildung der Versorgungsrealität eingesetzt werden können. Außerdem stellte sie heraus, dass das Krebsregister Rheinland-Pfalz auch individuelle Anfragen gerne entgegennimmt, um noch weiteren Mehrwert mit der vorhandenen Datengrundlage zu schaffen.

Anschließend gab Louisa Schwarz, Mitarbeiterin der Stabsstelle Data Science, einen Ausblick auf die Chancen der Krebsregistrierung durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning. Zum Beispiel entwickelt das Krebsregister Rheinland-Pfalz aktuell ein Prognosemodell, das vorrausagen soll, ob ein Patient gefährdet ist, einen Rückfall zu erleiden. Außerdem arbeitet das Krebsregister daran, ein Dashboard für Ärztinnen und Ärzte zu erstellen, das Informationen zu den eigenen Meldungen und Auswertungen der Daten in Echtzeit bereitstellt.

Zum Abschluss gab Antje Swietlik einen Ausblick in die Zukunft. Ein zentrales Ziel ist es, die Interoperabilität der Gesundheitsdaten zu fördern und den Nutzen der Daten in allen Bereichen der onkologischen Versorgung weiter zu erhöhen. Die Weiterentwicklung der digitalen Prozesse sei dafür von elementarer Bedeutung. Außerdem kündigte die Geschäftsführerin des Krebsregisters Rheinland-Pfalz bereits die nächste Veranstaltung für Anfang 2023 an, in der digitale Themen in den Mittelpunkt gestellt werden sollen.

Das Krebsregister Rheinland-Pfalz hat gemeinsam mit der  Deutsche Sarkom-Stiftung am 27.04.2021 ein wissenschaftliches Symposium zum Thema "Sarkomforschung mit Krebsregisterdaten“ veranstaltet. In vier Fachvorträgen wurden von den Referenten die wichtigsten Aspekte im Hinblick auf die gemeinsame Sarkomforschung beleuchtet. Mit über 100 Teilnehmern fand die Veranstaltung großes Interesse.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Frau PD Dr. Sylke Zeißig, Ärztliche Leiterin des Krebsregisters Rheinland-Pfalz, wurde per Videobotschaft das Grußwort der Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz (MSAGD) Frau Sabine Bätzing-Lichtenthäler, eingespielt. Die Ministerin wies auf die Wichtigkeit der Zusammenführung der Daten bei seltenen Tumoren wie den Sarkomen hin, um eine ausreichende Datenmenge für qualitativ hochwertige Forschung zu erhalten. Moderiert wurde das Symposium von Frau PD Dr. Christina Justenhoven, Teamleiterin des Teams Datenauswertung und Reporting im Krebsregister Rheinland-Pfalz.

Im ersten Vortrag der Veranstaltung zum Thema „Situation von Datensammlungen zu Sarkomen in Deutschland und international“ sprach Herr Prof. Dr. Peter Hohenberger vom Sarkomzentrum am Mannheim Cancer Center der Universitätsmedizin Mannheim über die nationalen und internationalen Datensammlungen zu Sarkomen. Er führte aus, dass in Deutschland Sarkome neben der Dokumentation in epidemiologischen und klinischen Krebsregistern auch in interessengeleiteten, klinik-assoziierten Datenbanken erfasst werden. Außerdem zeigte er auf, dass auch auf internationaler Ebene diverse nationale Datenbanken sowie internationale Studiengruppen und Netzwerke vorhanden sind. Zum Abschluss seines Vortrages verdeutlichte Prof. Hohenberger, dass eine Verstärkung der Intensität der Institutionen zur Sammlung von Daten zu Sarkomen sowie eine Datenbank auf nationaler Ebene als grundlegend wichtig anzusehen sind, um eine solide Sarkomdatenalyse und damit eine Verbesserung der Behandlungsergebnisse herbeizuführen.

Im Anschluss daran stellte Frau PD Dr. Zeißig „Auswertungen deutscher Krebsregisterdaten zu Sarkomen“ vor. Im Vortrag zeigte sie die Besonderheiten bei der Registrierung von Sarkomen in Krebsregistern auf. Weiterhin präsentierte Frau PD. Dr. Zeißig diverse epidemiologische und klinische Auswertungen zu Sarkomen, die auf bundesweitzusammengeführten Krebsregisterdaten basieren.

Den Blick auf die Zusammenarbeit von Krebsregister und zertifizierten Zentren erläuterte im Anschluss dann Frau PD Dr. Simone Wesselmann von der Deutschen Krebsgesellschaft in ihrem Vortrag zum Thema „Was können zertifizierte Zentren in Zusammenarbeit mit Krebsregistern zur Sarkomforschung beitragen?“. In ihrem Vortrag stellte sie die Möglichkeiten, die eine Kooperation der DKG-zertifizierten Sarkomzentren mit den Krebsregistern in der Sarkomforschung bietet, heraus. Für die komplexe Entität Sarkome wies Frau PD Dr. Wesselmann auf die entwickelte S3-Leitlinie „Adulte Weichgewebesarkome“ hin, ebenso wie auf die Implementierung eines Zertifizierungssystems und die Etablierung der Zusammenarbeit mit Krebsregistern, was eine Grundlage für flächendeckende Sarkomforschung möglich macht.

Im letzten Vortrag des Symposiums befasste sich Frau Jana Holland vom Bundesministerium für Gesundheit mit dem Thema „Bundesweite Zusammenführung von Krebsregisterdaten“. Frau Holland präsentierte die Ziele der geplanten gesetzlichen bundesweiten Zusammenführung von Krebsregisterdaten. Neben der Erweiterung der bisherigen zentralen epidemiologischen Erfassung am Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) um klinische Daten und der Bereitstellung solcher Daten für Auswertungen, stehen auch weitere Aspekte wie Förderung der Interoperabilität und Weiterentwicklung der Krebsregistrierung im Fokus.

Zum Abschluss der Veranstaltung wies Frau PD Dr. Justenhoven nochmals auf die Komplexität des Themas sowie die Heterogenität von Sarkomen hin. Sie stellte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit der vielen Akteure in den Vordergrund und machte darauf aufmerksam, dass die Vollständigkeit der Daten, trotz unterschiedlicher Vorgaben und Möglichkeiten zur Erfassung, eine wichtige Grundlage für die späteren Auswertungen bedeutet. Nur ein gemeinsames Vorgehen hilft Behandlern und Patienten gleichermaßen.

 


Alle Informationen zu kommenden landesweiten Qualitätskonferenzen und Veranstaltungen finden Sie unter der Rubrik Aktuelles. Dort veröffentlichen wir den aktuellen Stand der Planungen und stellen die Fokusthemen der Veranstaltung vor.