Hier finden Sie eine Übersicht der Pflichtfelder zu den Meldeanlässen.


FAQ - Häufig gestellte Fragen

Bitte beachten Sie auch unsere Video-Tutorials zum elektronischen Melderportal.

Im Folgenden finden Sie die häufigsten Fragen und unsere Antworten zu folgenden Themen:

  1. Allgemeines
  2. Elektronisches Melderportal - Inhaltliche Fragen
  3. Elektronisches Melderportal - Technische Fragen
  4. Fragen zur Kodierung
  5. Information zur Meldevergütung
  6. Besonderheiten für Dermatologen
  7. ADT/GEKID Datensatz

1. Allgemeines

Am 01.01.2016 trat das neue Landeskrebsregistergesetz (LKRG) (136 KB) in Kraft.

Das Krebsregister Rheinland-Pfalz erfasst seitdem flächendeckend stationäre und ambulante Patientendaten zu Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumorerkrankungen mit folgendem Ziel:

  • Verbesserung der Heilbehandlung
  • Weiterentwicklung der Qualitätssicherung
  • Förderung der Versorgungsforschung

Es wird ein umfangreicherer Datensatz erhoben als bislang in der rein epidemiologischen Krebsregistrierung, der neben der Diagnose auch detaillierte Therapiedaten und den gesamten Verlauf einer Krebserkrankung abbildet.

Registriert werden alle Patientinnen und Patienten, die an onkologisch tätigen Einrichtungen in Rheinland-Pfalz diagnostiziert und behandelt werden, unabhängig vom Wohnort der Erkrankten.

Am 01.07.2016 wurde die Nachsorgedokumentation eingestellt. Dadurch haben sich folgende Änderungen ergeben:

  • Der gelbe Meldebogen darf nicht mehr verwendet werden.
  • Der weiße Nachsorgebogen darf ab dem 01.07.2016 nicht mehr verwendet werden.
  • Das graue Einlegeblatt auf dem Klinischen Meldebogen darf nur noch verwendet werden für Patienten, die bis zum 30.06.2016 eine Nachsorge erhalten haben.

Meldepflichtige Stellen sind alle an der Versorgung von Patienten mit Krebserkrankungen in Rheinland-Pfalz mitwirkenden

  • Krankenhäuser
  • Arzt- und Zahnarztpraxen
  • ärztlich geleitete Einrichtungen
  • sonstige an der onkologischen Versorgung beteiligte Institutionen

Die verantwortlichen Personen für die meldepflichtigen Stellen (z.B. Chefarzt, Institutsleiter) haben die Erfüllung der Meldepflicht sicherzustellen. Diese nennen dem Krebsregister Ärzte oder Zahnärzte, die für die Meldungen zuständig sind.

Ja! Das Krebsregister ist ein klinisches Register, das den gesamten Verlauf der Tumorerkrankung der Patienten begleitet und dadurch Daten aus vielen verschiedenen Quellen erhält. Bitte melden Sie den Sachverhalt, der zum Zeitpunkt Ihrer Meldung im Krankheitsverlauf im Vordergund steht (Beispiel: Wenn Sie die Strahlentherapie durchgeführt haben, melden Sie bitte den Primärtumor und die Angaben zur Bestrahlung).

Bitte beachten Sie: Unabhängig vom Meldeanlass sind die Angaben zum Primärtumor bei jeder Meldung auszufüllen.

Die Belegärzte sind meldepflichtig und nicht das Krankenhaus, wenn diese den Patienten hauptsächlich behandeln.

Es sind alle Daten zu einer Krebsdiagnose zu übermitteln, wenn die Diagnose in der hausärztlichen Praxis gestellt, dort eine Therapie oder Nachsorge verantwortlich durchgeführt wird oder die Ausstellung des Leichenschauscheins im Falle eines Krebspatienten durch den Hausarzt erfolgt.

Wichtig ist dabei die verantwortliche Durchführung. Einige Beispiele für Brustkrebspatientinnen:

1) Diagnose: Erfolgt in der Regel beim Gynäkologen, der Screeningeinheit oder in der Klinik. Hat der Hausarzt einen klinischen Verdacht/Tastbefund, hängt es davon ab, wie er weiter vorgeht:

  • Überweisung an Gynäkologen → Gynäkologe muss die gesicherte Diagnose melden.
  • Hausarzt veranlasst selbst Ultraschall und Mammographie, trägt die Befunde zusammen, informiert die Patientin und überweist sie zur OP in ein Brustzentrum → Hausarzt muss die Diagnose melden.

2) Therapiemeldung: Tamoxifen = Systemische Therapie, hier sind Beginn und Ende der Therapie separate Meldeanlässe. Therapiebeginn ist in der Regel vom Gynäkologen zu melden, auch wenn die Verschreibung durch den Hausarzt fortgeführt wird. Wenn aber der Hausarzt nach einigen Jahren das Medikament absetzt, ist er verpflichtet das Therapieende zu melden.

3) Nachsorge:
Entscheidung analog zu 1) Diagnose

Eine Meldung muss erfolgen, wenn ein sogenannter Meldeanlass aufgetreten ist. Meldeanlässe sind:

  1. Diagnose einer Krebserkrankung nach hinreichender klinischer Sicherung.
  2. Histologische, zytologische, labortechnische und autoptische Sicherung der Diagnose.
  3. Beginn und Abschluss einer therapeutischen Maßnahme.
  4. Kontrolluntersuchung mindestens einmal im Kalenderjahr in den fünf Jahren nach Diagnosestellung.
  5. Prognoserelevante Veränderungen im Krankheitsverlauf (ein erneuter Krankheitsprogress, neu aufgetretene Metastasierung oder Rezidive)
  6. Tod der Patientin oder des Patienten.

    Beachten Sie bitte auch unseren Flyer zur Meldepflicht.

Es besteht eine gesetzliche Meldefrist von 4 Wochen ab Meldeanlass.

Sie haben die Möglichkeit mit Hilfe unseres elektronischen Melderportals zu melden

oder

sich als Schnittstellenmelder zertifizieren zu lassen.

In der unten stehenden Übersicht finden Sie eine Darstellung der verschiedenen Prüfschritte, welche die im Krebsregister eingehenden Meldungen durchlaufen.

Der Patient kann nur der dauerhaften Speicherung seiner Identitätsdaten im Krebsregister beim Arzt widersprechen.

Widerspricht ein Patient der dauerhaften Speicherung seiner Identitätsdaten im Krebsregister vor der Meldung, muss dies an der entsprechenden Stelle beim Anlegen des Patienten vermerkt werden. Die Meldung darf nicht unterbleiben. Die Identitätsdaten werden nach Verarbeitung im Krebsregister in der Folge gelöscht.

Erfolgt der Widerspruch zu einem späteren Zeitpunkt, hat die meldepflichtige Stelle dies dem Krebsregister unverzüglich mitzuteilen.

  • Müssen die Angaben zur Unterrichtung des Patienten immer ausgefüllt werden?

Ja! Laut Gesetz muss der Patient vor der Meldung an das Krebsregister von der beabsichtigten Meldung unterrichtet werden. Dies muss auf dem Klinischen Meldebogen auf der ersten Seite oben rechts oder im elektronischen Melderportal dokumentiert werden.

  • Wie erhält der Patient Auskunft über seine bereits gemeldeten Daten (Patientenauskunft)?

Die Auskunft erfolgt über einen Arzt. Dieser stellt eine Anfrage beim Krebsregister Rheinland-Pfalz mit der Bitte um Auskunft zu den bereits gemeldeten Daten des Patienten.


2. Elektronisches Melderportal - Inhaltliche Fragen

Informationen zur Anmeldung im Melderportal finden Sie hier.

Auch bei unseren Video-Tutorials finden Sie eine Anleitung zur erstmaligen Anmeldung.

  1. Melden Sie sich im Melderportal mit ihrem Benutzer und dem Passwort an. Die PIN ist für diesen Vorgang zwingend notwendig.
  2. Klicken Sie nun oben links auf „Meldungen“.
  3. Nun klicken Sie auf „Alle Meldungen“. Möchten Sie nun einen Patienten anlegen, gehen Sie wie folgt vor:
  4.  Auf den Button „+Neu“ klicken.
  5. Nun geben Sie die Patientenidentifikationsnummer aus Ihrem eigenen System ein und klicken auf "Fortfahren". Ist der Patient noch nicht angelegt, meldet das System dies. Sie klicken nun auf „Ja“.
  6. Nun können Sie die Patientendaten eingeben.
  • Im ersten Schritt geben Sie die Patientenstammdaten ein. Mit einem Klick auf "Weiter" und "Speichern" werden die Patientendaten verschlüsselt und gespeichert.
  • Im zweiten Schritt erfassen Sie die Minimalangaben zum Tumor oder eine vollständige Diagnosemeldung.
  • INFO: Mit der Zeit werden die bisher von Ihnen über den Klinischen Meldebogen gemeldeten Daten dem Patienten hinzugefügt.
  • INFO: Sie können Patienten in Ihrer Liste nur über die Patientenidentifikationsnummer identifizieren. Aus Datenschutzgründen werden alle personenbezogenen Daten ausgeblendet und lediglich der Wohnort, das Geschlecht und das Geburtsdatum angezeigt. 
  1. Melden Sie sich im Melderportal mit ihrem Benutzernamen und dem Passwort an. Die PIN ist für diesen Vorgang zwingend notwendig.
  2. Klicken Sie nun oben links auf „Meldungen“.
  3. Nun klicken Sie auf „Alle Meldungen“.
  4. Nun wählen Sie aus folgender Option und folgen den dort beschrieben weiteren Schritten:

    Sie haben bereits den Patienten angelegt

    Sie haben den Patienten noch nicht angelegt
  1. Melden Sie sich im Melderportal mit ihrem Benutzer und dem Passwort an. Die PIN ist für diesen Vorgang zwingend notwendig.
  2. Auf der Startseite des Melderpotals nach dem Anmelden finden Sie mittig links den Punkt „Meldungspaket hochladen“. Klicken Sie auf das Feld „ADT/GEKID-Daten“. 

INFO: Ist dieser Button nicht vorhanden oder anders beschriftet, wenden Sie sich bitte an unsere Service-Rufnummer 06131/97175-0.

Versichertengruppe Ersatzkode (gebildet analog den Vorgaben der ARGE IK)
   
Selbstzahler 970000011
Kostenträger ohne IK-Nummer (z. B. Gefängnisinsasse) 970001001
Asylbewerber 970100001
Privatversichert, Kasse unbekannt 970000022
keine Angabe zum Kostenträger 970000099

3. Elektronisches Melderportal - Technische Fragen

Gerne helfen wir Ihnen bei der Implementierung einer Schnittstelle zur Übertragung von Daten an das Krebsregister Rheinland-Pfalz. Die Übermittlung per Schnittstelle ist die einfachste und schnellste Möglichkeit, Ihre Daten an das Krebsregister Rheinland-Pfalz zu senden.

Um die Freigabe für Schnittstellenmeldungen erhalten zu können, bedarf es folgender Schritte:

  • Kontaktaufnahme mit der Melderbetreuung unter 06131/97175-0
  • Übermittlung von Testdaten oder Echtdaten über unser Testsystem
  • Prüfung durch das Krebsregister Rheinland-Pfalz
  • Zertifizierung als Schnittstellenmelder
  • Freigabe im Melderportal

Ohne Freigabe durch das Krebsregister Rheinland-Pfalz ist die Übermittlung von Schnittstellenmeldungen nicht möglich.

Bitte wenden Sie sich an unsere Melderbetreuung, telefonisch unter 06131/97175-0 oder per Mail an info@krebsregister-rlp.de

  1. Gehen Sie auf www.krebsregister-rlp.de/Melderportal
  2. Dort klicken Sie unten links auf das Feld "Passwort vergessen". 
  3. Es öffnet sich eine neue Seite. Hier geben Sie bitte Ihre E-Mailadresse an, mit der Sie sich als Benutzer registriert haben. 
  4. Sie erhalten dann umgehend ein neues Passwort per Mail zugesendet.

Rufen Sie bei unserer Service-Rufnummer unter 06131/97175-0 an und erfragen Sie ihre PIN. Bitte halten Sie zur Identifikation Ihre Melder-ID bereit. 

  1. Melden Sie sich im Melderportal mit ihrem Benutzer und dem Passwort an.
  2. Auf der Startseite des Melderportals nach dem Anmelden finden Sie oben rechts Ihren Namen und einen Pfeil nach unten für das Öffnen eines Menüs.
  3. Klicken Sie auf den Pfeil. Hier finden Sie den Menüpunkt „Passwort ändern“. Ein neues Fenster erscheint und Sie können sich ein neues Passwort vergeben.
  1. Melden Sie sich im Melderportal mit ihrem Benutzer und dem Passwort an. Die PIN ist für diesen Vorgang zwingend notwendig.
  2. Auf der Startseite des Melderportals nach dem Anmelden finden Sie mittig links den Menüpunkt „Meldungspaket hochladen“.
  3. Klicken Sie auf das Feld „Abrechnungsdatei durchsuchen“. Ist dieses Feld nicht vorhanden oder anders beschriftet, wenden Sie sich bitte an unsere Service-Rufnummer 06131/97175-0.
  4. Es handelt sich bei der Abrechnungsdatei um die unverschlüsselte Version mit der Endung ".con"
  5. Nach dem erfolgreichen Hochladen wird eine Zusammenfassung der Patienten mit meldepflichtigen Erkrankungen für das Krebsregister angezeigt.
  6. Sie können das Fenster schließen.
    Sie finden nun unter dem Menüpunkt „Neu erkannte Tumorfälle“ die in der Abrechnungsdatei gefundenen Meldungen.
    Durch einen Klick auf „Neu erkannte Tumorfälle“ gelangen Sie in eine Übersicht der gefundenen Meldungen.
  7. Mit einem Doppelklick öffnen Sie die Meldungen.
    Im nächsten Schritt erfassen Sie die Angaben zum Tumor.
    Die Patientenstammdaten sind bereits erfasst und müssen nicht erneut eingegeben werden.

    Bitte beachten: Melden Sie nur das, was Sie selbst veranlasst haben!
  1. Melden Sie sich im Melderportal mit ihrem Benutzer und dem Passwort an.
  2. Auf der Startseite des Melderportals nach dem Anmelden finden Sie oben rechts Ihren Namen und einen Pfeil nach unten für das Öffnen eines Menüs. 
  3. Klicken Sie auf den Pfeil. Hier finden Sie den Menüpunkt „Melderdaten“. Es erscheinen die bei uns hinterlegten Stammdaten für Sie. 
  4. Sie haben nun die Möglichkeit auf dem Button unten rechts eine „Änderung der Melderdaten“ zu beantragen.

Manchmal kann es vorkommen, dass der Browser die Seite des Melderportals nicht mehr richtig lädt. Probieren Sie folgendes aus:

  • Drücken Sie die Tasten "Strg" und "F5" auf Ihrer Tastatur gleichzeitig.


Lädt die Seite immer noch nicht korrekt, probieren Sie folgendes:

  • Drücken Sie die Tasten „Strg“ und die Umschalttaste (Pfeil nach oben) und „Entf“ auf Ihrer Tastatur gleichzeitig. Nun können Sie Ihren Verlauf, oder auch „Cache“ genannt, löschen und die Seite neu laden.

Lädt die Seite bei Ihnen trotzdem nicht, rufen Sie unsere Service-Rufnummer 06131/97175-0 an.

5. Information zur Meldevergütung

Die Auszahlung erfolgt ausschließlich durch die Krankenkassen, denen auch die Prüfung der Voraussetzung zur Auszahlung obliegt. Das Krebsregister führt lediglich eine Vorprüfung durch, reicht die Meldungen den jeweiligen Kassen zur Erstattung ein und zahlt die nach Melder aggregierten Summen wieder aus.

Nachdem die Meldungen im Krebsregister Rheinland-Pfalz eingegangen und geprüft sind, werden diese nach Kostenträger aggregiert. Die vergütungsrelevanten Meldungen werden an die Kostenträger weitergegeben. Dort werden diese geprüft und es wird über die Höhe der Auszahlung entschieden. Die Prüfung muss innerhalb von 31 Werktagen erfolgen.
Die Meldevergütung für die angenommenen Meldungen wird an das Krebsregister überwiesen und dort nach Melder zusammengeführt. Es erfolgt die Überweisung der Meldevergütung an die Melder.

Nein, gemäß Landeskrebsregistergesetz (LKRG) darf je meldender Einrichtung nur ein Institutionskonto angegeben werden (Institutionelle Meldepflicht).

Zitat: § 5 Abs. 1 Meldungen an das Krebsregister

Meldepflichtige Stellen sind die an der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen in Rheinland-Pfalz mitwirkenden Krankenhäuser, Arzt- und Zahnarztpraxen und andere ärztlich geleiteten Einrichtungen, sowie sonstige an der onkologischem Versorgung beteiligte Personen.

Zitat: § 6 Abs. 8 Voraussetzungen und Verfahren der Meldungen


Für die Meldungen zahlt das Krebsregister eine Meldevergütung nach § 65 c Abs. 6 des Fünften Buches des Sozialgesetzbuches als Aufwandsentschädigung an die meldepflichtige Stelle.



6. Besonderheiten für Dermatologen

 Informationen für Dermatologen finden Sie hier.



7. ADT/GEKID-Datensatz

Die klinische Krebsregistrierung erfolgt auf der Grundlage des bundesweit einheitlichen Datensatzes der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister (GEKID) in Deutschland zur Basisdokumentation für Tumorkranke und ihn ergänzender Module flächendeckend, sowie moglichst vollzählig.

Grundlage hierfür ist das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz des Bundes. Es regelt im § 65 c SGB V die Einrichtung, Aufgaben und Finanzierung der klinischen Krebsregistrierung in Deutschland. Es verpflichtet die Länder zur Einrichtung klinischer Krebsregister.