Allgemeines

Am 01.01.2016 trat das neue Landeskrebsregistergesetz (LKRG) (136 KB) in Kraft.

Das Krebsregister Rheinland-Pfalz erfasst seitdem flächendeckend stationäre und ambulante Patientendaten zu Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumorerkrankungen mit folgendem Ziel:

  • Verbesserung der Heilbehandlung
  • Weiterentwicklung der Qualitätssicherung
  • Förderung der Versorgungsforschung

Es wird ein umfangreicherer Datensatz erhoben als bislang in der rein epidemiologischen Krebsregistrierung, der neben der Diagnose auch detaillierte Therapiedaten und den gesamten Verlauf einer Krebserkrankung abbildet.

Registriert werden alle Patientinnen und Patienten, die an onkologisch tätigen Einrichtungen in Rheinland-Pfalz diagnostiziert und behandelt werden, unabhängig vom Wohnort der Erkrankten.

Am 01.07.2016 wurde die Nachsorgedokumentation eingestellt. Dadurch haben sich folgende Änderungen ergeben:

  • Der gelbe Meldebogen darf nicht mehr verwendet werden.
  • Der weiße Nachsorgebogen darf ab dem 01.07.2016 nicht mehr verwendet werden.
  • Das graue Einlegeblatt auf dem Klinischen Meldebogen darf nur noch verwendet werden für Patienten, die bis zum 30.06.2016 eine Nachsorge erhalten haben.

Meldepflichtige Stellen sind alle an der Versorgung von Patienten mit Krebserkrankungen in Rheinland-Pfalz mitwirkenden

  • Krankenhäuser
  • Arzt- und Zahnarztpraxen
  • ärztlich geleitete Einrichtungen
  • sonstige an der onkologischen Versorgung beteiligte Institutionen

Die verantwortlichen Personen für die meldepflichtigen Stellen (z.B. Chefarzt, Institutsleiter) haben die Erfüllung der Meldepflicht sicherzustellen. Diese nennen dem Krebsregister Ärzte oder Zahnärzte, die für die Meldungen zuständig sind.

Ja! Das Krebsregister ist ein klinisches Register, das den gesamten Verlauf der Tumorerkrankung der Patienten begleitet und dadurch Daten aus vielen verschiedenen Quellen erhält. Bitte melden Sie den Sachverhalt, der zum Zeitpunkt Ihrer Meldung im Krankheitsverlauf im Vordergund steht (Beispiel: Wenn Sie die Strahlentherapie durchgeführt haben, melden Sie bitte den Primärtumor und die Angaben zur Bestrahlung).

Bitte beachten Sie: Unabhängig vom Meldeanlass sind die Angaben zum Primärtumor bei jeder Meldung auszufüllen.

Die Belegärzte sind meldepflichtig und nicht das Krankenhaus, wenn diese den Patienten hauptsächlich behandeln.

Es sind alle Daten zu einer Krebsdiagnose zu übermitteln, wenn die Diagnose in der hausärztlichen Praxis gestellt, dort eine Therapie oder Nachsorge verantwortlich durchgeführt wird oder die Ausstellung des Leichenschauscheins im Falle eines Krebspatienten durch den Hausarzt erfolgt.

Wichtig ist dabei die verantwortliche Durchführung. Einige Beispiele für Brustkrebspatientinnen:

1) Diagnose: Erfolgt in der Regel beim Gynäkologen, der Screeningeinheit oder in der Klinik. Hat der Hausarzt einen klinischen Verdacht/Tastbefund, hängt es davon ab, wie er weiter vorgeht:

  • Überweisung an Gynäkologen → Gynäkologe muss die gesicherte Diagnose melden.
  • Hausarzt veranlasst selbst Ultraschall und Mammographie, trägt die Befunde zusammen, informiert die Patientin und überweist sie zur OP in ein Brustzentrum → Hausarzt muss die Diagnose melden.

2) Therapiemeldung: Tamoxifen = Systemische Therapie, hier sind Beginn und Ende der Therapie separate Meldeanlässe. Therapiebeginn ist in der Regel vom Gynäkologen zu melden, auch wenn die Verschreibung durch den Hausarzt fortgeführt wird. Wenn aber der Hausarzt nach einigen Jahren das Medikament absetzt, ist er verpflichtet das Therapieende zu melden.

3) Nachsorge:
Entscheidung analog zu 1) Diagnose

Eine Meldung muss erfolgen, wenn ein sogenannter Meldeanlass aufgetreten ist. Meldeanlässe sind:

  1. Diagnose einer Krebserkrankung nach hinreichender klinischer Sicherung.
  2. Histologische, zytologische, labortechnische und autoptische Sicherung der Diagnose.
  3. Beginn und Abschluss einer therapeutischen Maßnahme.
  4. Kontrolluntersuchung mindestens einmal im Kalenderjahr in den fünf Jahren nach Diagnosestellung.
  5. Prognoserelevante Veränderungen im Krankheitsverlauf (ein erneuter Krankheitsprogress, neu aufgetretene Metastasierung oder Rezidive)
  6. Tod der Patientin oder des Patienten.

    Beachten Sie bitte auch unseren Flyer zur Meldepflicht.

Sie haben die Möglichkeit, in papierloser Form mit Hilfe unseres Melderportals zu melden

oder

sich als Schnittstellenmelder zertifizieren zu lassen.

In der unten stehenden Übersicht finden Sie eine Darstellung der verschiedenen Prüfschritte, welche die im Krebsregister eingehenden Meldungen durchlaufen.


Information zur Meldevergütung

Nein, gemäß Landeskrebsregistergesetz (LKRG) darf je meldender Einrichtung nur ein Institutionskonto angegeben werden (Institutionelle Meldepflicht).

Zitat: § 5 Abs. 1 Meldungen an das Krebsregister

Meldepflichtige Stellen sind die an der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen in Rheinland-Pfalz mitwirkenden Krankenhäuser, Arzt- und Zahnarztpraxen und andere ärztlich geleiteten Einrichtungen, sowie sonstige an der onkologischem Versorgung beteiligte Personen.

Zitat: § 6 Abs. 8 Voraussetzungen und Verfahren der Meldungen


Für die Meldungen zahlt das Krebsregister eine Meldevergütung nach § 65 c Abs. 6 des Fünften Buches des Sozialgesetzbuches als Aufwandsentschädigung an die meldepflichtige Stelle.

Die Auszahlung erfolgt ausschließlich durch die Krankenkassen, denen auch die Prüfung der Voraussetzung zur Auszahlung obliegt. Das Krebsregister führt lediglich eine Vorprüfung durch, reicht die Meldungen den jeweiligen Kassen zur Erstattung ein und zahlt die nach Melder aggregierten Summen wieder aus.




Besonderheiten für Dermatologen

 Informationen für Dermatologen finden Sie hier.


Patientenrechte

Der Patient kann nur der dauerhaften Speicherung seiner Identitätsdaten im Krebsregister beim Arzt widersprechen.

Widerspricht ein Patient der dauerhaften Speicherung seiner Identitätsdaten im Krebsregister vor der Meldung, muss dies auf dem Meldebogen an der dafür vorgesehenen Stelle (1. Seite, Kästchen ganz oben rechts) vermerkt werden. Die Meldung darf nicht unterbleiben. Die Identitätsdaten werden nach Verarbeitung im Krebsregister in der Folge gelöscht.

Erfolgt der Widerspruch zu einem späteren Zeitpunkt, hat die meldepflichtige Stelle dies dem Krebsregister unverzüglich mitzuteilen.

  • Müssen die Angaben zur Unterrichtung des Patienten immer ausgefüllt werden?


Ja! Laut Gesetz muss der Patient vor der Meldung an das Krebsregister von der beabsichtigten Meldung unterrichtet werden. Dies muss auf dem Klinischen Meldebogen auf der ersten Seite oben rechts oder im elektronischen Melderportal dokumentiert werden.

  • Wie erhält der Patient Auskunft über seine bereits gemeldeten Daten (Patientenauskunft)?


Die Auskunft erfolgt über einen Arzt. Dieser stellt eine Anfrage beim Krebsregister Rheinland-Pfalz mit der Bitte um Auskunft zu den bereits gemeldeten Daten des Patienten.


Umstellung auf ADT/GEKID-Datensatz

Grundlage hierfür ist das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz des Bundes. Es regelt im § 65 c SGB V die Einrichtung, Aufgaben und Finanzierung der klinischen Krebsregistrierung in Deutschland. Es verpflichtet die Länder zur Einrichtung klinischer Krebsregister.

Die klinische Krebsregistrierung erfolgt auf der Grundlage des bundesweit einheitlichen Datensatzes der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland zur Basisdokumentation für Tumorkranke und ihn ergänzender Module flächendeckend, sowie moglichst vollzählig.


Wie wird die EU-Datenschutzgrundverordnung im Krebsregister-RLP umgesetzt?

Organspezifische Ergänzungsmodule zum einheitlichen onkologischen Basisdatensatz ADT/GEKID