Inzidenztrends von Lippenkarzinomen in Deutschland

Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) erarbeiten gerade eine neue S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Lippenkarzinoms“. Eines der ersten Kapitel soll den Stand des Wissens zu „Inzidenz und demographischer Verteilung“ des Lippenkarzinoms darstellen. Hierzu hat das Krebsregister Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Abteilung Epidemiologie und Versorgungsforschung des IMBEI der Universitätsmedizin Mainz die Daten von neun epidemiologischen Krebsregistern in Deutschland ausgewertet. Die altersstandardisierte Inzidenzrate von Lippenkrebs (C00) betrug 0,65/0,18 pro 100.000 (Männer/Frauen) im Jahr 2003 und 0,57/0,20 in 2012. Bei Frauen war diese Trendänderung statistisch signifikant.

Die Inzidenzraten maligner Melanome der Lippe (C43.0) lagen für beide Geschlechter bei 0,02 in 2003 und 0,01 in 2012 (pro 100.000). Die Inzidenzraten der nicht-melanotischen Hautkrebsarten an der Lippe (C44.0) stiegen signifikant von 1,8 im Jahr 2003 auf 2,2 in 2012 bei Männern und von 1,6 in 2003 auf 2,5 in 2012 bei Frauen (jeweils pro 100.000). Allerdings zeigte sich eine unterschiedliche Histologieverteilung des nicht-melanotischen Hautkrebses an der Lippe bei den beiden Geschlechtern: Bei Männern fanden sich hierbei in 55% Plattenepithelkarzinome, wohingegen deren Anteil bei Frauen lediglich bei 27% lag [P15].

[Literaturhinweise finden Sie im Gesamtbericht]

Daten
Auswerten
Forschung
Unterstützen
Krebs
Bekämpfen