Das klinisch-epidemiologische Krebsregister Rheinland-Pfalz erfasst flächendeckend stationäre und ambulante Patientendaten zu Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumorerkrankungen.

Noch immer sind Krebserkrankungen, nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die zweihäufigste Todesursache in Deutschland. Das Ziel der Krebsregistrierung ist es, mit den erfassten Daten die onkologische Versorgung, insbesondere die Behandlung der Tumorpatienten, zu verbessern.

Nachdem im April 2013 mit dem bundesweiten Inkrafttreten des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes (KFRG) der Startschuss für den Auf- und Ausbau der Klinischen Krebsregister gegeben wurde, haben die Bundesländer, auf Basis des KFRGs, eigene Landesgesetze für die Umsetzung der klinischen Krebsregistrierung erlassen.

Am 01.01.2016 trat in Rheinland-Pfalz das Landeskrebsregistergesetz (LKRG) in Kraft. Dieses dient als Grundlage für die Arbeit der im Jahr 2015 gegründeten Krebsregister Rheinland-Pfalz gGmbH. Im bereits vorher bestehenden rein epidemiologischen (bevölkerungsbezogen) Krebsregister Rheinland-Pfalz wurden ausschließlich Daten zur Häufigkeit und Verbreitung von Krebserkrankungen in Rheinland-Pfalz erfasst und ausgewertet. Im klinisch-epidemiologischen Krebsregister Rheinland-Pfalz werden seitdem zusätzlich behandlungsortbezogen, also unabhängig vom Wohnort der Erkrankten, alle Daten zu Therapie, Behandlung und Verlauf von Krebserkrankungen registriert und verarbeitet.

Klinischen Krebsregistern wird bei der Versorgung krebskranker Patientinnen und Patienten in der Bundesrepublik eine entscheidende Rolle zuteil:

  • Umfangreiche Daten mit vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten auf Grundlage eines bundesweit einheitlichen Datensatzes werden für Wissenschaft und Forschung zur Verfügung gestellt.
  • Durch die flächendeckende Auswertung aller Behandlungsdaten in Klinischen Krebsregistern werden erfolgreiche Behandlungsmethoden schneller sichtbar.
  • Eine zeitnahe Auswertung und Rückmeldung an die onkologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte wird einen zusätzlichen Nutzen für diese bieten
  • Langfristig werden Klinische Krebsregister dazu beitragen, eine bundesweit einheitliche Qualitätssicherung in der onkologischen Versorgung zu installieren

Einheitlicher Onkologischer Basisdatensatz
ADT & GEKID

Im Krebsregister RLP wird der Einheitliche Onkologische Basisdatensatz erhoben. Dieser wurde von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) und Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) im März 2008 verabschiedet und im Februar 2014 aktualisiert. Er gilt für alle Krebsarten und wird fortlaufend um tumorspezifische Module ergänzt.

Alle Bundesländer sind verpflichtet, in den Klinischen Krebsregistern diesen Basisdatensatz zu erheben. Damit ist ein Instrument geschaffen worden, das einen einheitlichen onkologischen Standard vorgibt, Mehrfachdokumentationen verhindert und in allen Bundesländern und klinischen Strukturen eine vergleichbare Erfassung und Auswertung von Krebsbehandlungen ermöglicht.

Angaben zur Person

  • Name
  • Anschrift
  • Geschlecht
  • Geburtsdatum
  • Krankenversicherungsdaten

Medizinische Angaben zum Tumor

  • Diagnose, Lokalisation und Ausbreitung des Tumors
  • Diagnosedatum
  • Art der Diagnosesicherung
  • Art, Beginn, Dauer und Ergebnis der Therapie
  • Krankheitsverlauf
  • Vitalstatus
  • Meldende Institution

Veröffentlichung im Bundesanzeiger (amtlicher Teil) am 28.04.2014